Afghanischer Kochkurs von Frau Ru. Lechtenbörger


Salam liebe Kochfans und solche, die es noch werden wollen!

Kochen macht Spass, insbesondere die afghanische Küche :-)). Um diesem auch gerecht zu werden, möchte ich Euch ein wenig helfen.

Mein Kochkurs richtet sich an: Mann, Frau, Kind, egal, ob alt oder jung ,Anfänger/-innen und Profis, Hausfrauen und -männer, und an alle anderen, an der afghanischen Küche Interessierten.


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Zunächst kommen also die ganz einfachen Rezepte und langsam werden wir uns dann steigern.

Bevor wir uns aber auf die Rezepte stürzen ;-), möchte ich noch ein wenig über die Essgewohnheiten sowie die Nahrungsmittel der Afghanen erzählen:

Afghanistan lebt hauptsächlich von der Landwirtschaft. Nahrungsmittel nehmen für die afghanische Bevölkerung einen hohen Stellenwert ein. Essen ist wichtig und zeichnet dadurch insbesondere die hohe Gastfreundschaft der Afghanen aus.

Kein Gast wird entlassen, ohne dass ihm was zu essen, sei es noch so eine kleine Aufmerksamkeit, angeboten würde. Der Gast ist Freund Gottes sagen die Afghanen ("Mehman Dost-e Khoda-st") und für ihn wird sogar der Himmel auf Erden geholt. Aber um wieder zurückzukommen auf die Essensgewohnheiten der afghanischen Bevölkerung. Die Küche der jeweiligen Gebiete und Provinzen hängt hauptsächlich von den landwirtschaftlichen und finanziellen Möglichkeiten der bestimmten Regionen und Bevölkerung ab.

Während im Norden und Nordwesten des Landes und in den Provinzen Baglahm, Mazar-i-Sharif, Kandahar und Herat Getreide, Reis, Zucker, Öl, Fleisch und Milch eine vielfältige Küche ermöglichen, ist dies im Süden und Osten des Landes leider nicht möglich. Dort begnügen sich die Afghanen vorrangig mit Mehlspeisen. Nomaden dagegen leben besser, da sie Viehzucht betreiben. Sie essen Fleisch, Milch und Käse.

Hauptnahrungsmittel in Afghanistan sind Reis und Brot, wobei Reis teurer als das Brot ist.

Reis: lange, dünne Reiskörner empfehlenswert: Basmatireis (hier in Deutschland in indischen und türkischen Geschäften zu erhalten, aber zum Teil auch in normalen Supermärkten)

Gemüse: Rüben, rote Beete, Auberginen, Gurken, Tomaten, Blumenkohl, Kartoffeln.

Fleisch:
Lammfleisch ,Rindfleisch ,Kalbfleisch,Geflügel .

Hülsenfrüchte:
Bohnen, Erbsen, Kichererbsen

Milch:
Joghurt , Joghurtgetränk (Doogh), Quarkähnliche Speise (Korooth)

Obst:
Trauben, Steinobst, Granatäpfel, Wasser- und Honigmelonen, Orangen und Zitronen, Maulbeeren

Gewürze:
meist aus Indien stammend, Koriander, Pfefferminze, Kreuzkümmel, Kardamom, Zimt

Getränke:
Tee (Tschai): schwarz oder grün + Kardamompulver, Milchtee (Kaimagh-Tschai): grüner Tee + Milch + Sahne , Joghurtgetränk (Doogh)

Ansonsten verwendet man auch gerne Zucker, Mandeln und Pistazien zum Kochen bzw. Essen.

Afghanische Gerichte können mitunter sehr lang in ihrer Zubereitungszeit dauern. Ich habe schon erlebt, wie meine Mutter den ganzen Tag in der Küche verbracht hat. Jetzt sagen vielleicht viele von Euch "Oh mein Gott, wie soll ich das bloss schaffen, wo ich doch noch den ganzen Tag arbeiten gehe ...?".

Aber wir müssen auch die Rollenstruktur der Frau in Afghanistan näher beleuchten. Frauen dort sind halt für den Haushalt und die Kindererziehung zuständig. Von daher hatten sie auch immer viel Zeit für solche Dinge.

Ausserdem war es sehr schön, da man nicht alleine stand, sondern das Essen in Gesellschaft zahlreicher weiblicher Verwandte gemeinsam zubereitet hat (und sich nebenbei dabei auch noch unterhalten konnte ;-) ).

Ich denke für uns hier im Westen lebenden Afghanen und Afghaninnen ist es wichtig, das Kochen afghanischer Gerichte zu erlernen, um unsere afghanische Kultur weiterhin zu erhalten und sie an die späteren Generationen weitergeben zu können. Auch wenn wir nicht jeden Tag Qabuli (Reisgericht), Mantu und Ashak (Nudelgerichte) kochen können, so können wir dies zumindest mal am Wochenende oder wenn wir Gäste erwarten,tun. Es lohnt sich wirklich, gerade die afghanische Küche zu lernen, denn sie ist meiner Meinung die leckerste Küche der Welt.

Meist wird in Afghanistan dreimal täglich gegessen, zumindest wenn die finanziellen Mittel es ermöglichen.

Das Frühstück besteht aus Fladenbrot, Tee, Milch, Butter, Eiern, Marmelade und manchmal Milchtee (Kaimagh-Tschai). Mittags und abends gibt es warme Mahlzeiten mit Fleisch, Reis, Brot und/oder Gemüse. Man serviert das Essen auf einer Tischdecke, die auf den Boden gelegt wird. Das Essen wird auf Platten und in Schüsseln serviert. Zum Essen gibt es immer Brot und nach dem Essen hört das Gelage nicht auf ;-), denn es werden dann noch der Nachtisch und Tee serviert. Gegessen wird mit der rechten Hand oder mit Besteck. Serviert werden generell grosse Mengen, da es als unhöflich und unehrenhaft angesehen wird, wenn zuwenig Essen für Gäste bereitgestellt wird.

Mit dieser Einführung können wir jetzt zu unserer Rezeptrunde loslegen! Ich lade alle herzlich ein, mitzumachen und mir bei Kritik, Fragen, Vorschlägen und Anregungen zu mailen.

Hier sei auch angemerkt, dass ich mich bei den meisten Rezepten mit meiner Mutter abspreche, die eine wahre Meisterköchin ist namekhoda. Es gibt übrigens auch eine Fotoaktion, aber mehr dazu unter den Rezepten!