Afghan German Online Diskussionsforum
Afghan German Online Diskussionsforum
Startseite | Profil | Registrieren | Aktive Themen | Mitglieder | Suchen | FAQ
Benutzername:
Passwort:
Passwort speichern
Passwort vergessen?

 Alle Foren
 Diskus. über Politik, Frauen, Kultur und Religion
 Kultur, Sprache, Literatur, Poesie,
 Klassische Musik
 Neues Thema  Zum Thema antworten
Vorherige Seite
Autor Vorheriges Thema Thema Nächstes Thema
Seite: von 3

inafe
Member

Österreich
280 Beiträge

Erstellt  am: 18 Sep 2009 :  21:48:16 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Guten Abend, Farhang,

was / wer bewegt dich denn dazu, ausgerechnet dieses Musikstück zu empfehlen? Weißt du wirklich nicht, wieviel Kriegshetze, wieviel verlogene Heldenpropaganda, wieviel Hetze gegen Menschen und Völker am Walkürenritt klebt? Traurig genug, dass Barenboim den Wagnerianischen Pathos dirigiert.

inafe
Zum Anfang der Seite

Farhang
Member

�sterreich
394 Beiträge

Erstellt  am: 18 Sep 2009 :  23:43:06 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Zuerst einmal ein herzliches Grüß Gott aus Wien, inafe!

Ja, du hast vollkommen recht. Richard Wagner ist definitiv dem rechten Spektrum zuzuordnen, seine Werke wurden größtenteils von seinem völkischen, teilweise sozialdarwinistischen Gedankengut stark beeinflusst, da stellt ebenfalls "Die Walküre" keine Ausnahme dar.

Allerdings habe ich es mir zur Gewohnheit gemacht, bei diversen Komponisten, wie etwa Wagner, Schostakovich, oder Richard Strauss, abseits ihrer politischen Couleur zu denken, und ihre Werke als eine Faktizität zu betrachten, und diese in ihrer Hellgeistigkeit zu würdigen. Ansonsten müsste man die Lebenswerke von unzähligen Freischaffenden aus dem Gedächtnis der Menschheit verbannen und somit für alle Ewigkeit auslöschen. Wo kämen wir da hin? Und wie ist es dann um die kulturelle Identität eines Volkes gestellt?

Und außerdem hatte ich mir vorgenommen, diesmal ein Stück mit einem etwas beeindruckenderen Klangbild auszusuchen, da bedauerlicherweise mein Interesse an barocker Musik nicht nur nicht auf Resonanz gestoßen ist, sondern umgekehrt, mit Antipathie beantwortet wurde.
Zum Anfang der Seite

inafe
Member

Österreich
280 Beiträge

Erstellt  am: 19 Sep 2009 :  10:16:09 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Guten Morgen, Farhang,

also, wenn ich dich richtig verstehe, möchtest du mit Wagners "Walkürenritt" beeindrucken und Resonanz hervorrufen.

Mein Eindruck von Wagners Musik ist, dass sie eine perfekte martialische Eindruckschinderei und eine pathetische Augenauswischerei ist. Darin kann ich keinerlei Klarsichtigkeit ("Hellgeistigkeit"? - Was verstehst du denn darunter?)erkennen.

Die Aufgabe eines Künstlers sehe ich darin, die Augen / die Ohren zu öffnen, und nicht darin, zu (ver)blenden und zu betören. Darin liegt seine Verantwortung. Das ist seine Freiheit.

Die Macht des Blendens und Betörens, die in Wagners Musik ihren Ausdruck findet, wird am Walkürenritt offensichtlich. Nicht umsonst diente ihr "Klangbild" den Nazis als emotionale Untermalung ihrer Wochenschauen, besonders wenn sie darin Luftangriffe präsentierten. Nicht umsonst diente sie als Filmmusik in verhetzenden Filmen wie "Der ewige Jude". Nicht umsonst begleitet sie die Vietnamkriegs-Propaganda der USA. Wenn den Menschen dann endlich die Augen und die Ohren aufgingen, war das Werk der Zerstörung bereits unübersehbar, herrschte bereits die ausgedehnte Stille des Entsetzens. Damit hat sich Wagners "Walkürenritt" unvergesslich ins Gedächtnis der Menschheit eingebrannt.



inafe
Zum Anfang der Seite

Farhang
Member

�sterreich
394 Beiträge

Erstellt  am: 19 Sep 2009 :  20:13:26 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Verehrte inafe!

Ich habe dich schon zuvor unterrichtet, dass ich es stets meide, beim Abhören einer Komposition einen direkten Bezug zum Macher herzustellen, denn das würde vielleicht meine Urteilskraft über diejenige Person schärfen, den Genuss des Stücks aber strittig machen.

Es stimmt, manche Werke der Musik sprechen das niedere Wesen des Menschen an, seine Sinne werden von bestimmten Klangstrukturen umgarnt und für eine bestimmte Zeit in ihren Schall hineingesogen. Aber macht das nicht diese Kunstrichtung aus, nämlich den Menschen, sei es nur für einen kurzen Moment, in ihren Bann zu ziehen und ihn in einen anderen Geisteszustand zu versetzen?

Aber wenn es dich dann zufrieden stimmen sollte, werde ich mich in nächster Zeit hüten, die Epenbildung von Richard Wagner zu propagieren, allerdings verbitte ich mir dann von den Foristen, mir bei Empfehlung von sakraler Kirchenmusik, eine unterschwellige Absicht zur Missionierung zum Christentum zu unterstellen.

Zum Anfang der Seite

inafe
Member

Österreich
280 Beiträge

Erstellt  am: 20 Sep 2009 :  10:25:36 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Guten Morgen, Farhang,

da ich nicht zur Snobiety gehöre, darfst du mir - anstatt mich mit "verehrte" anzusprechen - auch direkt sagen, dass ich dir schrecklich auf die Nerven gehe.

Ich denke, wenn man anderen etwas empfiehlt, sollte man zumindest soweit darüber reflektiert haben, was einem daran gefällt, dass man es anderen in ein paar einfachen Sätzen mitteilen kann. Mit exaltierten Ausdrücken wie "formidable", "vorzüglich", "vortrefflich" ... wirst du kaum einen Zugang vermitteln können.

Auch zu Wagners Walkürenritt hast du in keinem Wort deinen persönlichen Eindruck mitgeteilt. Ich habe dir meinen persönlichen Eindruck mitgeteilt, und dabei in keiner Weise auf Wagners Person Bezug genommen. Von Wagners Musik habe ich mich immer schon erschlagen und erdrückt gefühlt - und das Konzentrat meines Nachdenkens darüber, warum das so ist, hast du ja gelesen.

Nun falle ich dir aber nicht länger auf die Nerven und wünsche dir einen guten Tag unter der herbstlichen Sonne.

inafe
Zum Anfang der Seite

Farhang
Member

�sterreich
394 Beiträge

Erstellt  am: 20 Sep 2009 :  17:36:58 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Meine Güte, inafe-jan!

Ich habe doch mit keinem Wort erwähnt, dass du mir auf die Nerven gehst. Wieso legst du mir denn Worte in den Mund?

Hier im Forum kennt man mich als einen sehr direkten Menschen, der sich kein Blatt vor dem Mund hält. Meine Antwort war ehrlich und ohne Hintergedanken.

Dein Einwurf, ich hätte zu jedem der Stücke meine Gedanken und meine persönlichen Beweggründe, warum sie mir gefallen, schreiben sollen, ist durchaus berechtigt. Allerdings wirst du auch nachvollziehen, dass der Zeitfaktor beim Verfassen von Beiträgen eine sehr große Rolle spielt. Ich kann es mir deswegen leider nicht erlauben, jedesmal ein ganzes Essai hinzudonnern, wenn ich sowieso weiß, dass nur eine sehr begrenzte Zahl von Foristen diesen Thread überhaupt in Erwägung zieht.

Ich hoffe auf eine baldige Antwort und wünsche dir ebenfalls einen erquicklichen Ruhetag.
Zum Anfang der Seite

inafe
Member

Österreich
280 Beiträge

Erstellt  am: 20 Sep 2009 :  20:37:37 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Guten Abend, Farhang,

ach weißt du, wenn ich so überdehnten Höflichkeitsbekundungen wie "verehrte ..." begegne, katapultiere ich mich am liebsten mit einer Bemerkung, der mein Lachen folgen kann, in eine weit entfernte Milchstraße. Denn entweder besagt sie das Gegenteil von dem, was sie behauptet. Oder sie ist unangenehm, weil ich für mich als Mensch so etwas wie Verehrung als unangebracht empfinde.

Farhang, wenn es dir um die Sache geht, zu der du eine Tür öffnen willst, wenn es dir um den Menschen geht, dem du eine Tür öffnen willst, brauchst du keine Essays zu schreiben. Was sich nicht in einfachen Worten sagen lässt, dafür lohnt sich auch kein Essay zu schreiben. Solange man nicht vermag, das Wesentliche auf den Punkt zu bringen, verleitet es ohnehin bloß dazu, sich selbst und seine Gehirnakrobatik zur Schau zu stellen.

Und nun wünsche ich dir und allen, die nun das Ende des Ramadams feiern, ein schönes Bayram, ein schönes Eid.

inafe
Zum Anfang der Seite

Farhang
Member

�sterreich
394 Beiträge

Erstellt  am: 22 Sep 2009 :  01:27:01 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Und ich gebe dir nochmals recht.

Nächstes Mal werde ich mich mit meinen Ehrbekundungen ein wenig zurückhalten, damit ich dir keine unnötigen Unannehmlichkeiten bereite.

Deinen Rat, zu jedem der Stücke mein Innerstes zu illustrieren, werde ich, soweit es geht, beherzigen.

Den folgenden Clip hab' ich speziell für dich rausgesucht:

http://www.youtube.com/watch?v=1MD9UV0PyrM

"Ankunft der Königin von Saba" aus Georg Friedrich Händels Oratorium "Solomon", hier eine Einspielung aus der Dresdner Frauenkirche mit Christoph Eschenbach als Dirigent.

Für mich sprüht diese Sinfonie eine unvergleichliche Würde aus, noch mehr verstärkt durch ihre gelassene Leichtfüßigkeit, die sie uns mit Hilfe des zügigen Tempos vor Augen führt.
Zum Anfang der Seite

Farhang
Member

�sterreich
394 Beiträge

Erstellt  am: 01 Nov 2009 :  21:57:25 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Kantate "Halt im Gedächtnis Jesum Christ" von Johann Sebastian Bach, hier vorgeführt von der Gächinger Kantorei und dem Bach-Kollegium Stuttgart unter der Leitung von Helmuth Rilling

http://www.youtube.com/watch?v=gsuYWkxNCeA

Mir wurde selten soviel unerschrockene Lebenskraft, soviel kräftige Standhaftigkeit, gefestigt durch derart klare und dichte Tonfarben, von einem geistlichen Werk vermittelt.

Zum Anfang der Seite

Farhang
Member

�sterreich
394 Beiträge

Erstellt  am: 14 Dec 2009 :  01:28:48 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
"Fantasie für Klavier, Chor und Orchester" von Ludwig van Beethoven, hier mit der Pianistin Hélène Grimaud und dem BBC Symphony Orchestra und dem BBC Symphony Chorus unter der Leitung von Sir Roger Norrington.

Teil I: http://www.youtube.com/watch?v=327l2E8h5Io&feature=related

Teil II: http://www.youtube.com/watch?v=8C58rU2Ed64&feature=related

Der Drang nach überirdischer Freiheit, der hierbei ausgedrückt wird, berührt die Seele.
Zum Anfang der Seite

Farhang
Member

�sterreich
394 Beiträge

Erstellt  am: 13 Jan 2010 :  05:57:13 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Klavierkonzert Nr.13 von Wolfgang Amadeus Mozart, hier mit Mitsuko Uchida, die als Dirigentin und Solistin gleichermaßen auftritt. Man betrachte nur mit welch Grazie sie die Camerata Salzburg leitet.

Teil I aus VII: http://www.youtube.com/watch?v=dc8DtjV9DWs
Zum Anfang der Seite

Farhang
Member

�sterreich
394 Beiträge

Erstellt  am: 09 Feb 2010 :  01:07:11 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat

Die Egmont-Ouvertüre von Ludwig van Beethoven, hier eine sehr imposante Version mit dem Boston Symphony Orchestra unter der Leitung von Sergei Koussevitzky aus dem Jahre 1949.

Dramatik pur!

http://www.youtube.com/watch?v=iXGeWN3_gQU
Zum Anfang der Seite

Farhang
Member

�sterreich
394 Beiträge

Erstellt  am: 18 Feb 2010 :  02:49:58 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
"Zadok the Priest", eine Krönungshymne von Georg Friedrich Händel, hier mit Les Arts Florissants unter der künstlerischen Leitung von Paul Agnew.
Diese Fassung kann insofern als herausragend bezeichnet werden, als dass ihr eine Eröffnung durch feierlichem Fanfarenklang eigen ist.

http://www.youtube.com/watch?v=D-hJVvGEDlM

Fußballbegeisterte mögen sie als davon entlehnte Kennmelodie der UEFA-Championsleague kennen.
Zum Anfang der Seite

Farhang
Member

�sterreich
394 Beiträge

Erstellt  am: 12 Apr 2010 :  17:16:11 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
"Tritsch-Tratsch-Polka" von Johann Strauß (Sohn), hier im Rahmen des Neujahrskonzertes der Wiener Philharmoniker 2008 unter der Leitung von Georges Pretre.

http://www.youtube.com/watch?v=HHZBfgoOzBM
Zum Anfang der Seite

Farhang
Member

�sterreich
394 Beiträge

Erstellt  am: 13 Apr 2010 :  00:58:19 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Ouverture aus Mozarts "Don Giovanni" anlässlich der Salzburger Festspiele im Jahre 1954, aufgeführt von den Wienern Philharmonikern unter der Leitung von Wilhelm Furtwängler.

http://www.youtube.com/watch?v=RnbxpvfISkc
Zum Anfang der Seite
Seite: von 3 Vorheriges Thema Thema Nächstes Thema  
Vorherige Seite
 Neues Thema  Zum Thema antworten
Springe nach:
Afghan German Online Diskussionsforum © © Snitz Communications Zum Anfang der Seite
Powered By: Snitz Forums 2000 Version 3.4.03